"Eigentlich waren wir schon tot"

Gruppenliga: Storch fliegt mit glatt Rot

23. September 2018, 12:35 Uhr

Florian Storch fehlt dem FSV Thalau die kommenden Wochen. Foto: Charlie Rolff

Allen Stürmen und Unwettern zum Trotz setzte die SG Schlüchtern/Elm am Nachmittag ihre Erfolgsserie fort: Gegen den letztjährigen Vizemeister FSV Thalau gewannen die Mannen von Trainer Bardo Hirsch mit 4:2 (2:2) und feierten damit den dritten Sieg in Folge.

Bei Schlüchterns Fußball-Abteilungsleiter Michael Hohmann kannte die Begeisterung keine Grenzen: "Ein Wahnsinnsspiel. Nach dem 0:2 waren wir eigentlich tot, hätten sogar 0:5 zurückliegen können. Dann hat die Mannschaft aber eine Wahnsinnsmoral gezeigt und ist zurückgekommen. Das Tor des Tages hat Mladen Puric geschossen. Ein Schuss aus 25 Metern in den Winkel. Wahnsinn!" Wie bereits von Hohmann angesprochen hatten die Gastgeber die ersten 20 Minuten regelrecht verschlafen. Zunächst verlor Qamar den Ball gegen Robin Sorg, der Zarnack keine Abwehrchance ließ. Thalau drängte danach auf einen schnellen zweiten Treffer und war nach einem tollen Reza-Solo auch erfolgreich.

Doch bedeutete dieser Treffer eine Art Weckruf für die Gastgeber, die nun das Feld von hinten aufrollten. Auf Zuspiel von Köhler verkürzte Kostadinov mit seinem achten Saisontor auf 1:2. Und mit dem Halbzeitpfiff beförderte Puric eine Arapi-Ecke per Kopf ins Netz. Die vielleicht spielentscheidende Szene ereignete sich nach knapp einer Stunde, als Florian Storch Bilal Qamar von den Beinen holte und Rot sah. "Für mich eine übertriebene Entscheidung. Das war vielleicht dunkelgelb, aber nicht Rot", befand Hohmann. Thalau hatte sich von diesem Schock noch nicht richtig erholt, als Reichler eine Kostadinov-Vorarbeit zu seinem 11. Saisontor veredelte.

Puric trifft traumhaft

Und nachdem Puric den von Hohmann bereits angesprochenen 25-Meter-Knaller im Tor untergebracht hatte, zweifelte kaum noch jemand am Sieg der Spielgemeinschaft. Lediglich der Wettergott hätte den Hirsch-Schützlingen noch einen Strich durch die Rechnung machen können. Nach gut 25-minütiger Regen-Unterbrechung entschied sich der Referee die Partie fortzusetzen und Schlüchtern/Elm brachte die nicht unbedingt eingeplanten drei Punkte unter Dach und Fach. Kostadinov und Reichler hätten in der Nachspielzeit ihr Torkonto noch erhöhen können, scheiterten jedoch an Thalaus Keeper Herber.

Gästecoach Jörg Meinhardt erkannte die Leistung des Gegners neidlos an: "Eigentlich hätten wir nach dem 2:0 noch weitere Tore schießen müssen, haben uns dann aber vielleicht zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Einige der Gegentore wurden durch unsere Abspielfehler begünstigt. Die Rote Karte kann man ebenso vertreten wie die Tatsache, dass der Schiedsrichter das Spiel nach der Unterbrechung fortgesetzt hat." Am Sonntag gastiert Schlüchtern/Elm bei Schlusslicht Rothemann - für Michael Hohmann "ein gefährliches Spiel". / rd

Die Statistik:

Schlüchtern/Elm: Zarnack; Hrkic, Scholz, Lenz, Slowinski, Qamar, Arapi, Kostadinov, Köhler, Puric (75. Gayé), Reichler.
Thalau: Herber; Kress (46. Müglich), Storch, Weichlein, Tekleyes, Strom, Sorg, Vardar, Bohl, Salkovic, Reza (69. Graul).
Schiedsrichter: Philipp Goetzel (Hanau). Zuschauer: 130.
Tore: 0:1 Robin Sorg (2.), 0:2 Mehri Varankesh Reza (15.), 1:2 Nikola Kostadinov (20.), 2:2 Mladen Puric (43.), 3:2 Florian Reichler (62.), 4:2 Mladen Puric (69.).
Rote Karte: Thalaus Florian Storch (58.) wegen groben Foulspiels.
Besonders Vorkommnis: 25-minütige Spielunterbrechung ab der 78. Minute wegen Starkregens.

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