Eine irre Schlussphase bringt die Wende
Johannesberg wie der sichere Sieger, ehe Ihrig Marian Weber zum Held macht
Nach Ablauf der regulären Spielzeit wäre es ein ganz normales, eher zerfahrenes Fußballspiel gewesen, dass mit dem Stand von 2:1 für Johannesberg auch einen verdienten Sieger gehabt hätte. Der Gast war besser und ging nach Foul von Sascha Fiedler an Juri Dieterle in der 84. Minute per Elfmeter auch verdient in Führung.
So weit, so normal: Doch was folgte, als die reguläre Spielzeit abgelaufen war, das werden beide Seiten noch unzählige Male an den Stammtischen durch diskutieren.
Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit, als Bronnzell eine vermeintlich letzte Ecke bekam und Keeper Johannes Ihrig mit nach vorne ging. Silvan Gaul brachte den Ball rein und dann hatte Ihrig seinen Auftritt. Als ihm der Ball vor die Füße fiel, blieb er ganz ruhig, legte sich die Kugel erst zurecht und dann quer auf Sascha Fiedler, dessen Flanke Marian Weber zum 2:2 einköpfte. „Ich dreh durch, ich flipp aus“, brüllte Bronnzells Platzsprecher Rüdiger Spiegel ins Mikrofon. So glücklich war man im Lager über einen schmeichelhaften Punkt.
Was in dem Moment niemand ahnte: Es sollte erst der Anfang des Wahnsinns sein. Denn noch immer lief das Spiel weiter. Dann brachte Marco Weiss eine Flanke in die Gefahrenzone, Daniel Heil setzte zum Kopfball an, aber Mitja Hofacker rettete glänzend (90.+3). Allerdings auf Kosten einer Ecke. Und genau die ließ im Anschluss alle Dämme brechen. Erneut trat Gaul den Ball nach innen und jetzt schrieb Marian Weber endgültig eine unvergessene Geschichte, als er aus kürzester Distanz den Ball über die Linie drückte. „Jetzt dreh ich völlig durch“, ließ Platzsprecher Spiegel danach seinen Emotionen völlig seinen Lauf, zumal in den Jubel hinein der Abpfiff kam.
„Das gibt eine Nachtschicht“, prophezeite Matchwinner Marian Weber danach, der erst Mitte des zweiten Abschnitts eingewechselt worden war und nun mit seinen Toren die Drehzahl im Rahmen des Oktoberfestes deutlich erhöht hatte. „Ich war ja vorher mit meinem Ballverlust auch am 1:2 beteiligt. Das waren wirklich alle Höhen und Tiefen auf einmal“, so Weber, der zugab, „dass unser Spiel ganz schön zerfahren war – vor allem in den ersten 20 Minuten nach der Pause. Wie dann aber Johannes Ihrig beim 2:2 die Ruhe bewahrt hat, das war klasse.“
Bronnzell: Ihrig; Bohl, Ganss, Fiedler, Simonovski (77. Harbusch), Keim (46. Gaul), Weiss, Hohmann, Kremer, Heil, Sorg (68. Marian Weber).
Johannesberg: Hofacker; Wiesner, Dechant, Walt, Patrick Schneider, Brylski, Reksius, Kleemann, Schug (89. Schwendner), Bese, Dieterle (86. Pascal Schneider).
Schiedsrichter: Thorsten Eick (Herfa). Zuschauer: 500. Tore: 0:1 Alexej Reksius (19.), 1:1 Sascha Fiedler (35.), 1:2 Witali Bese (84., Foulelfmeter), 2:2 Marian Weber (90.+2), 3:2 Marian Weber (90.+4). / kr


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