Futsal-Experten vom Balkan machen Unterschied

Bachrain gewinnt Kreismeisterschaft zum dritten mal

05. Februar 2017, 20:22 Uhr

Der TSV Bachrain krönte sich zum dritten Mal zum Kreismeister. Foto: Christian Halling

Zum dritten Mal nach 1993 und 2005 hat sich der TSV Bachrain die Krone des Fuldaer Hallenkreismeisters aufsetzen dürfen: Im Duell mit Gruppenligarivale SV Großenlüder gewann das Team um Futsal-Experte Stipe Bojanic mit 3:1 das Finale eines Turniers, das nicht immer hochklassig, bisweilen hitzig, aber spannend bis zum Schluss war.

Der Nachfolger der SG Bronnzell hatte die ersten drei Spiele in der Gruppe B gegen Haimbach, Germania Fulda II und FT Fulda für sich entschieden und somit schon vor dem letzten Gruppenspiel als Halbfinalist festgestanden. Dem 0:1 gegen Favorit Thalau folgte für Bachrain im Semifinale das Derby gegen den TSV Künzell: Hier lagen die Mannen vom Geisküppel durch einen Zehnmeter von Mohammed Sharif mit 0:1 in Rückstand, ehe die Stunde von Marko Madzar schlug: Erst traf Bachrains Nummer 6 per Zehnmeter zum 1:1, scheiterte zwölf Sekunden vor Spielschluss mit einem weiteren Zehnmeter an Künzells Interimskeeper Marcel Schwab, ehe Madzar nach der anschließenden Ecke sechs Sekunden vor Schluss doch noch zur Stelle war.

Ähnlich lief dann auch das Finale: Großenlüder ging durch den bärenstarken Moritz Reith und dessen achten Turniertreffer in Führung, ehe Marijan Tukeric nach zwei blitzsauber herausgespielten Toren doch noch die Weichen auf Sieg Bachrain stellte. Wiederum Madzar besorgte den 3:1-Endstand. „Ich denke, dass unsere kroatische Fraktion um Bojanic, Tukeric und Madzar den Unterschied gemacht hat“, freute sich Bachrains Sportlicher Leiter Venko Pavic, beim letzten Triumph des TSV 2005 selbst noch als Spieler in der Halle aktiv. „In Kroatien ist Futsal populärer, man muss teilweise strategisch agieren. Wir haben verdient gewonnen, wobei wir am Ende ganz schön auf dem Zahnfleisch gegangen sind“, ergänzte Routinier Bojanic, der einst für das Futsal-Team von Eintracht Frankfurt gespielt hat.

Die einmal mehr stark aufgestellten Thalauer zogen indes im zweiten Halbfinale, für das sich ebenfalls zwei Gruppenligisten qualifiziert hatten, vom Sechsmeterpunkt den Kürzeren. Generell wirkte der FSV nicht so fit frisch wie in den Turnieren zuvor, hatten die Mannen vom Wittiggrund am Samstag eine harte Trainingseinheit mit Schwerpunkt Kondition hinter sich gebracht.

Für positive Farbtupfer sorgten Underdog Germania Fulda II, der Thalau in Gruppe B an den Rande einer Niederlage gebracht hatte, und der TSV Pilgerzell, der im letztlich entscheidenden Spiel um Platz zwei in Gruppe A gegen Großenlüder das 3:1 und 4:2 auf dem Fuß hatte, ehe Fabian Lehmann und Moritz Reith das Duell in der Schlussminute noch zugunsten der Teutonia entschieden.

Turnierleiter Gerhard Wiegand, erstmals in dieser Funktion aktiv, hatte ein spannendes Turnier gesehen, „in dem sich viele Teams auf einem Niveau bewegt haben. Die Zuschauerresonanz war gut, der Modus ebenso. Leider hat die Hallenkreismeisterschaft für einige Teams nicht mehr oberste Priorität, viele Mannschaft haben parallel Testspiele absolviert. Das ist schade.“

In vielen Spielen ging es sehr hitzig zu, fünf Gelb-Rote und sogar zwei Rote Karten mussten die Referees Oliver Romanow (Petersberg), Heiko Zweigelt (Frischauf Fulda), Alexander Jung (Friesenhausen), Sebastian Schaub (Eckweisbach), Simo Wawra (Dietershausen) und Lars Schneider (Neuhof) verteilen, beide jeweils für einen Spieler der Finalisten: Großenlüders André Pfeffer sah Rot wegen Handspiels auf der Torlinie, Bachrains Erhan Sarvan für eine Notbremse. „Es war teilweise schon hitzig, weil die Futsal-Regeln noch relativ frisch für alle sind. Oft war der Unmut von den Rängen unbegründet“, befand Gerhard Wiegand, der die Endrunde im kommenden Jahr auf Wusch der Vereine wohl auf einen Samstag terminieren wird.

Der Turniersieger TSV Bachrain spielte mit: Julian Fuchs, Ahmed Jalal, Norman Ehm, Marko Madzar, Nico Diegelmann, Stipe Bojanic, Benjamin Rancke, Marijan Tukeric, Erhan Sarvan.
Finalist SV Großenlüder spielte mit: Patrick Gerst, André Pfeffer, Johannes Michel, Moritz Reith, Nils Reinhardt, Pierre Happel, Florian Beier, Fabian Lehmann, André Heller.

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