Hosenfelder Geschenke für die SG O/Z

Gruppenliga: Wilde Fahrt in Züntersbach

19. August 2018, 14:00 Uhr

Rodoljub Gajic war froh, dass sein Team nicht noch das 3:4 kassierte. Foto: Max Lesser

Wilde Tage für Gruppenliga-Neuling SG Oberzell/Züntersbach: Erst das Sportgerichtsurteil vom Donnerstag gegen den für fünf Spiele mit Funktionsverbot belegten Trainer Frank Kühlthau, dann am Freitag mit 1:2 gegen Ehrenberg die erste Saisonniederlage, und nun am Sonntag ein 3:3 gegen den Aufstiegskandidaten Spvgg. Hosenfeld, das turbulent zu nennen weit untertrieben wäre.

Gefasst kommentierte Hosenfelds Trainer Rodoljub Gajic das völlig verrückte Spiel: „So fahrlässig darf man gerade hier vor diesem Publikum nicht spielen. Wir waren dominant, haben 2:0 geführt, das Spiel war gelaufen – und dann verteilen wir Geschenke und müssen am Ende froh sein, dass wir nicht verloren haben.“

Die vierte Minute der Nachspielzeit lief, als der Hosenfelder Andre Gajic ohne Not den Ball an Julian Ankert verlor. Der Torjäger zog an, verlud Steffen Göhringer und stand frei vor Gästekeeper Christoph Grösch. Doch statt die irre Aufholjagd mit dem 4:3 zu krönen, schoss Ankert vorbei. Diese Szene war typisch für das Spiel, in dem sich haarsträubende Fehler und wilde Entschlossenheit in der zweiten Halbzeit in dermaßen hoher Frequenz ablösten, dass sich die rund 250 Zuschauer auf dem Züntersbacher Sportplatz bestens unterhalten gefühlt haben dürften.
Vor der Pause merkte man deutlich: 0/Z hatte nach dem Freitagsspiel schwere Beine, Hosenfeld, am Freitag spielfrei, war leichtfüßig, bekam schnell Oberwasser und hätte wohl höher als nur mit 1:0 durch den schnellen Loic Djounang geführt, wenn nicht immer wieder Benjamin Münch oder Maximilian Heil in höchster Not und auf den letzten Drücker Löcher gestopft hätten.

Nach der Pause das gleiche Bild: gelegentliche, freilich gefährliche Entlastungsangriffe, aber dennoch folgerichtig nach einer Stunde das 0:2 durch abermals Djounang, erzielt aus 16 Metern, überlegt und via Innenposten in die Maschen, ein herrliches Tor.

Chancen zum 4:3 waren da

Dann brach sich der Wahnsinn Bahn: Foul Göhringer an Julian Ankert, Strafstoß, 1:2 durch Simon Ankert, flach ins rechte Eck (69.). Kaum 120 Sekunden später: Foul Neguissie Haile an Julian Ankert, Strafstoß, 2:2 durch Simon Ankert, halbhoch in die Mitte (71.). Vom Anstoß weg: Ballverlust Hosenfeld, erst Julian, dann Simon Ankert verpassen das 3:2 (72.). Ohne Verschnaufpause geht die wilde Fahrt weiter: Freistoß Julian Ankert, Ecke, Direktabnahme Simon Ankert, wieder Ecke (73.). Dann endlich mal Entlastung für Hosenfeld, doch Benjamin Münch hat den Ball – und verliert ihn, der eingewechselte Marc Wettels läuft ein paar Schritte, zimmert die Kugel zum 2:3 ins kurze, dasTorwarteck (77.).

Zusammenbruch SG O/Z? Von wegen! Keiner weiß, warum Johannes Statt nachsetzt, wo doch der Torwart den Ball schon hat. Aber Hosenfelds Schlussmann lässt die Kugel fallen, Statt trifft zum 3:3 ins leereTor (79.). Es dauert vier Minuten bis zur nächsten Riesenchance für die SG O/Z: Einer abgewehrten Fackel von Kevin Föller folgt eine Linksflanke, unter der der Torwart durchtaucht, doch Simon Ankert, völlig blank am langen Pfosten, trifft aus kürzester Distanz das leereTor nicht (83.).

In den letzten Minuten hat Hosenfeld wieder Oberwasser, aber O/Z ist heiß. „Lasst uns die Zeit von der Uhr nehmen“, schlägt zwar Kapitän Heil vor, aber Statt weiß: „Eine kriegen wir noch!“ Statt behält Recht, 90.+4, Julian Ankert frei vorm Tor – es wäre des Guten zu viel gewesen... / oi

Die Statistik:

SG Oberzell/Züntersbach: Dorn; Föller, Löffert, Heil, Zeier – V. Ankert, Münch, Müller, Statt – S. Ankert, J. Ankert.
Spvgg. Hosenfeld: Grösch; Hack, Göhringer, Gajic – Mouangue, Kutluay – Haile, Lehmann, Müller – Djounang, Mebouniz.
Schiedsrichter: André Klein (Frankfurt).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1, 0:2 Loic Djounang (35., 60.), 1:2, 2:2, Simon Ankert (69., Foulelfmeter, 71. Foulelfmeter), 2:3 Marc Wettels (77.), 3:3 Johannes Statt (79.).

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