Mehr als ein Lebenszeichen
Gruppenliga: SVA schlägt Kerzell
Nicht einverstanden waren die Kerzeller mit der Schiedsrichterleistung, denn Marc-Philipp Auerwalds Pfeife blieb vor der Pause gleich in drei äußerst strittigen Strafraumszenen stumm: „Einmal muss er pfeifen“, sagte Kerzells Sportlicher Leiter Matthias Zans bereits in der Halbzeit und hatte Recht. War Maximilian Schuchs Einsatz gegen Sascha Heil zwar hart an der Grenze, aber gerade noch im Bereich des Erlaubten (20.), hätte Auerswald bei Florian Rabes Foul an Niklas Hilfenhaus Elfmeter pfeifen müssen (40.). Die dickste Chance für Kerzell vor der Pause vergab Dominik Günther nach einer Standard (23.), als die Helveten Mitte der ersten Hälfte ihre beste Phase hatten. Die Rote Karte gegen Raphael Witzel hingegen war hart, aber regeltechnisch okay, denn Stephan Wiegand wäre durch gewesen (72.).
Kerzells Trainer Michael Jäger war zwar auch so gar nicht mit der Leistung Auerwalds einverstanden („Die Fifty-fifty-Dinge wurden alle gegen uns entschieden“), sprach aber ganz sportsmännisch von einer verdienten Niederlage, weil nach vorne die Durchschlagskraft gefehlt habe und Asbach spielerisch das bessere Team gewesen sei. Sein Gegenüber Fabian Kallée unterstrich Jägers Resümee und weiß: „Jetzt sehen wir wieder Licht am Ende des Tunnels.“
Kallée war es, der auf das Spiel den Deckel machte, als er im - O-Ton Stadionsprecher - „Spiel der vielen Möglichkeiten“ ein Pass von Nils Wenzel per perfektem Heber über Marcel Hein hinweg veredelte (89.). Kallée alleine hätte vier, fünf Tore machen können, auch Stephan Wiegand übertraf sich mehrfach im Auslassen sogenannter „Hundertprozenter“, zweimal verfehlte er gar das leere Tor (80., 83.). Dazu hielt Hein mehrfach glänzend. Aber auch SVA-Keeper Andreas Welle war in den wenigen Situationen, in denen er richtig gefordert wurde, zur Stelle. Glänzend war seine Parade gegen den durchgebrochen Sascha Heil (86.). Heil war der einzige Aktivposten im Offensivspiel der Gäste, Mikael Avansian und auch Neuzugang Aron Loui Jahn, der über Rechtsaußen kam, erwischten einen schwachen Tag.
Für die frühe und zu diesem Zeitpunkt schon überfällige Führung - sorgte Wenzel per Freistoß aus dem Halbfeld, den er aufs lange Eck zog (12.). Manch einer meinte sprach von einem Glückstreffer, Wenzel selbst sah das ganz anders: „Gerade mit dem Wind dachte ich, dass ich den Keeper überraschen kann. Ich wollte ihn genau so schießen.“ Wenzel machte ohnehin ein gutes Spiel und erzielte wie schon in der Vorwoche das so wichtige 1:0.
Asbach: Welle – Führer (36. Rabe), Steinberg, M. Schuch, Mainz, Holl – C. Wiegand, Wrzos (80. Müller-Siebert) – St. Wiegand, Kallée, Wenzel (90. Schmidt Wecken).
Kerzell: Hein – N. Hilfenhaus (78. Reith), Heiner, Schnopp, Witzel – T. Hasenauer, Günther (46. Müglich) – Jahn, Avanesian, Heil – Tafolli (75. Kress).
Schiedsrichter: Marc-Philipp Auerswald (SG Sontra).
Zuschauer: 160.
Tore: 1:0 Nils Wenzel (12.), 2:0 Fabian Kallée (89.).
Rote Karte: Raphael Witzel (Kerzell) wegen Notbremse (72.)


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