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Pflanz: "Schiri hat wohl nie Fußball gespielt"
Gruppenliga: Schlüchtern/Elm gewinnt Krisengipfel
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff musste sich Künzells Trainer Markus Pflanz kurz sammeln, machte dann aber seinem Ärger lautstark Luft: "Die ersten 35 Minuten haben wir klar besser gespielt als Schlüchtern, nur leider keinen der vier guten Torchancen genutzt. Dann kam aber Schlüchtern etwas besser auf. Auch wenn ich jetzt wieder einen auf den Deckel bekomme: In der zweiten Halbzeit hat der Schiedsrichter für Schlüchtern das Spiel gewonnen. Es nervt mich unwahrscheinlich, dass wir ab und an Schiedsrichter bekommen, welche das Regelwerk nicht beherrschen."
Pflanz spielte vor allem auf eine Szene in der 53. Minute an, als Haris Hrkic nach einem Mat-Freistoß zum 1:0 für die Gäste einköpfte: "Das Foul war an der Außenlinie. Er hat es aber 15 Meter nach vorne verlegt, wodurch Schlüchtern durch seine großgewachsenen Spieler bei Standards gegenüber uns klar im Vorteil ist." Pflanz sah allerdings auch den eigenen Anschlusstreffer zum 1:2 durch Thore Hütsch, der einen direkten Freistoß aus vier Metern verwandelt hatte, kritisch: "Der Ball ist dem Schlüchterner ans Schienbein gesprungen. Von dort hat ihn der Torwart in die Hand genommen. Da muss man ebenso wenig pfeifen wie die Gelb-Rote Karte gegen Bilal Qamar." Qamar musste nach einem Foul an Henning wegen wiederholtem Foulspiel vom Platz. Pflanz weiter: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Schiedsrichter selbst schon mal aktiv Fußball gespielt hat."
Sein Gegenüber Bardo Hirsch indes suchte nach dem Schlusspfiff erst einmal das Weite - genauer gesagt den Weg in die Kabine. Nach fünf Minuten kehrte er aber aufs Spielfeld zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber der diesmal selbst spielende Co-Trainer Jochen Eurich die Mannschaft schon um sich versammelt und dieser zu "einer engagierten starken kämpferischen Leistung" beglückwünscht. Hirsch konfrontiert mit den Aussagen seines Trainerkollegen meinte nur: "Das ist mir eigentlich ziemlich egal. Hauptsache, dass wir die drei Punkte gewonnen haben. Außerdem kann ich mich nicht darauf entsinnen, dass von der C-Liga bis hinauf in die Bundesliga die Freistöße genau dort ausgeführt werden, wo auch das Foul stattgefunden hat. Nach dem Spiel musste ich erst einmal runterkommen. Wir waren zwar spielerisch die bessere Mannschaft, haben aber in der Schlussphase zu viele Chancen ausgelassen. Wenn es dumm läuft, verlierst du dann auch noch zwei Punkte."
Nachdem Hrkic vorgelegt hatte, erhöhte Drilon Arapi mit einer feinen Einzelleistung nur zwei Minuten später. Bedingt durch den Ausfall des letztjährigen Goalgetters Florian Reichler (Urlaub) war Arapi in die Spitze gerückt und sorgte für sehr viel Unruhe im gegnerischen Strafraum. Allerdings versäumten es neben ihm auch Gorgiev und Kostadinov durch das Auslassen weiterer guter Möglichkeiten, das Nervenkostüm ihres Übungsleiters zu schonen. So musste aus Schlüchterner Sicht bis zur letzten Sekunde gezittert werden, ehe dann doch kollektiver Jubel angesagt war.
Die Statistik:
TSV Künzell: Kircher; Jestädt, Nuspahic, Grösch (60. Zeller), Schlott, Winkow, Hütsch, Kümmet, Isselstein, Raszyk, Heil (62. Henning).
SG Schlüchtern/Elm: Zarnack; Hrkic, Lenz, Slowinski (56. O. Schneider), Arapi, Mat (79. Eurich), Qamar, Schulz, Kostadinov, Mitrev, Gorgiev.
Schiedsrichter: Richard Klenner (Fauerbach). Zuschauer: 150. Tore: 0:1 Haris Hrkic (53.), 0:2 Drilon Arapi (56.), 1:2 Thore Hütsch (90.+4). Gelb-Rote Karten: Bilal Qamar (Schlüchtern/Elm, 69.), Martin Raszyk (Künzell, 86.). / rd


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