Puric führt starkes Schlüchtern/Elm zum Sieg
Gruppenliga: Sieg gegen Kerzell im ersten Spiel nach Link / Schwere Verletzung bei Zintel?
„Ein Vorteil ist der Trainerwechsel sicher nicht für uns“, unkte Michael Jäger vor dem Spiel, und der Trainer des Tabellenvorletzten, der ohne Kapitän und Abwehrchef Stephan Depta auskommen musste, sollte recht behalten. Auch vor Jahresfrist hatte die SG Kerzell am Freitag des Kalten Markts auf der Auwiese gespielt, damals nahm sie ein 4:2 mit nach Hause. Von einem neuerlichen Erfolg war Kerzell diesmal meilenweit entfernt.
„Die Mannschaft hat so gespielt wie sie trainiert hat: mit großer Leidenschaft. Jeder hat für jeden gekämpft, jeder hat Gras gefressen, und sie hat es verstanden, Geduld zu bewahren“, frohlockte in Interimstrainer Jochen Eurich einer der etlichen angeschlagenen Schlüchterner Fußballer. Im verhängnisvollen 0:2 gegen Künzell hatten sich drei weitere Spieler verletzt, im Falle von Torjäger Marcel Zintel sieht es nach einer ähnlich schweren Knieverletzung wie der von Sven Köhler (u.a. Kreuzbandriss, Karriereende) aus.
Eurich, der im Gespann mit Ex-Profi und SG-Berater Klaus Hofmann das Team coacht, setzte auf eine Dreier-Kette mit Marco Schlichting als zentralem Abwehrspieler. Und so sehr Eurich und Hofmann, die 90 Minuten lang keine Szene unkommentiert ließen und ihre Schützlinge permanent antrieben, auch den Mannschaftsgeist als Matchwinner beschworen, so sehr stach doch im zweifachen Torschützen und zweifachen Vorbereiter Mladen Puric ein Spieler heraus. Sturmspitze Puric traf per Kopf zum 1:0 und 2:0. Nach identischem Muster waren jeweils eine lang geschlagene Rechts-Ecke von Bünyamin Mat auf den Schädel des langen Verteidigers Haris Hrkic vorangegangen.
Das 3:0 war ein Konter, wie man ihn besser nicht spielen kann: Am eigenen Strafraum spielte Drilon Arapi auf den linken Flügel zu Puric, der mit großer Übersicht einen Flankenwechsel auf Bernd Lenz schlug, dessen Pass in die Mitte der gut und gerne 70 Meter nach vorne gesprintete Arapi verwertete. Und beim 4:0 luchste Puric im Strafraum Sebastian Heiner den Ball ab, Querpass auf den eingewechselten Si Moon Mane, der nur noch abstauben musste.
Kerzell hatte in der ersten Halbzeit zwar ein minimales Übergewicht besessen, aber hier schon Glück, dass Dennis Nix und Puric Großchancen ausgelassen hatten. In der Spielanlage waren die Gäste einigermaßen gefällig, ohne jedoch nennenswerte Gefahr heraufzubeschwören. Das leicht durchschaubare Spiel in die Spitze, das umständliche beziehungsweise ungeschickte Verhalten erst im gegnerischen und später dann am eigenen Strafraum, all das gab deutliche Hinweise darauf, dass es Kerzell heuer sehr schwer haben wird, die Klasse zu halten. / oi
Die Statistik:
SG Schlüchtern/Elm: Zarnack; Hrkic, Schlichting, Nix – Kostadinov (81. Mane), Mat, Scholz, Schulz – Arapi (84. Richter), Lenz – Puric.
SG Kerzell: Bolz; Kress, Heiner, Schnopp, Hilfenhaus (66. Witzel) – Müglich, Günther – Heil, Jahn, Lazarevski (85. Hilgenberg) – Tafolli.
Schiedsrichter: Christian Golditz (SV Salmünster). Zuschauer: 160. Tore: 1:0 und 2:0 Mladen Puric (57., 74.), 3:0 Drilon Arapi (78.), 4:0 Si Moon Mane (87.), 4:1 Dirk Kress (88.), 4:2 Besfort Tafolli (90.).


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