Last-Minute Sieg
Das Feuerwerk wird früh gezündet
Gruppenliga: Joker Benedikt Rützel trifft kurz vor Schluss zum Siegtreffer
Benedikt Rützel (rot) zeigte gegen Eiterfeld/Leimbach, warum er der Top-Torjäger der Gruppenliga ist. Foto: Kevin Kremer
"Das Spiel war auf Messers Schneide. Für die Zuschauer äußerst interessant, aber nichts für schwache Nerven", fasste Hosenfelds Trainer Rodoljub Gajic das Spielgeschehen nach Abpfiff zusammen. Aber was war passiert? Eine Minute vor dem Ende scheiterte Julian Erb freistehend an Konstantin Fey, doch Benedikt Rützel stand da, wo eine Stürmer stehen muss und schob zum 4:3-Siegtreffer ein.
Die ersten 15 Minuten schenken wir uns, weil Eiterfeld/Leimbach im Zentrum kompakt stand und Hosenfeld im Spiel nach vorne ideenlos wirkte. In Minute 15 entfachte aber Leonard Müller den Funken, der das darauffolgende Feuerwerk starten sollte, auch weil beide Defensivreihen bei dem ein oder anderem Gegentor kräftig mithalfen. Der Außenspieler behauptete den Ball mit dem Rücken zum Tor und zog aus der Drehung ab. Konstantin Fey parierte genauso wie Gegenüber Christoph Grösch gegen Ali Dogru (16.) mit dem Fuß sehenswert.
Was folgte waren fünf Tore binnen 18 Minuten. Den Startschuss gab Ali Dogru (17.), der aufgrund eines unterlaufenen Balles von Rechtsverteidiger Noel Temgoua alleine vor Grösch auftauchte und zur Führung einschob. Der Treffer kam für die Gäste aus Hosenfeld einem "Hallo-Wach-Effekt" gleich, da die Gajic-Elf daraufhin anfing Ball und Gegner laufen zu lassen. "Ich muss meiner Mannschaft heute hohen Respekt zollen. Der Siegeswillen und die Mentalität war heute perfekt", war Gajic voll des Lobes. Dass die Gäste genug Potenzial und Qualität in den eigenen Reihen besitzen, zeigte der Ausgleichstreffer: Loic Djounang spielt einen Zuckerpass auf Müller, der in der Mitte Paul Bonny bediente. Der Stürmer musste nur noch den Fuß für den Torschrei hinhalten - 1:1 (23.).
Es folgten die Tore zwei und drei für Hosenfeld, die sich für ihr überfallartiges Spiel auf das Tor von Fey belohnten. Anstatt aber einen sichtbar angeschlagenen Gegner mit dem vierten Gegentreffer die letzten Hoffnungen auf einen Punkt oder Sieg zu rauben, stellten die Rot-Schwarzen das Fußballspielen ein und überließen zunächst den Hausherren das Spielgeschehen. "Nach dem 3:1 war es ein schmaler Grad. Wir haben aufgehört Druck zu machen und es dadurch verpasst, die Tür zuzumachen", erklärte der Hosenfelder Trainer. Die Gastgeber nahmen diese Einladung herzlich an und kamen noch vor dem Halbzeitpfiff zum Anschlusstreffer. Nach einem Rebound stand Kevin Grob alleine vor dem Tor. Die Hosenfelder reklamieren Abseits, das Tor aber zählte."Vor allem vor und nach der Halbzeit war das eine sehr engagierte und ansehnliche Leistung meiner Mannschaft", lobte Torwarttrainer Christian Weber seine Elf, der Ante Markesic urlaubsbedingt vertrat.
Nach dem Seitenwechsel schien das Feuerwerk erst einmal abgebrannt zu sein, wenngleich sich eine muntere zweite Hälfte entwickelte: Denn beide Mannschaften wollten unbedingt gewinnen. Die SG Eiterfeld/Leimbach investierte dafür zunächst mehr und belohnte sich nach dem wuchtigen Kopfball von Manuel Schmidt (52.) mit dem Ausgleichstreffer vom Punkt. Kemal Sarvan ließ Grösch mit seinem Schuss in den Winkel keine Chance (59.). Es dauerte bis zur 70. Minute, bis Hosenfeld wieder nennenswerte Chancen zu verbuchen hatte, doch bis zum nächsten Torschrei mussten die Zuschauer bis Minute 89 warten.
Die Statisik
SG Eiterfeld/Leimbach: Fey - Schilling, J. Busold, Schmidt, Hilpert - Sarvan, Aumann - Grob - Kurz, Dogru, Käsmann (76. A. Busold).
Spvgg. Hosenfeld: Grösch - Erb (90.+1 Gesang), Beyer, Gajic, Temgoua - Stachelski, Djounang - Lehmann, Müller (77. Negussie) - Bonny, Wettels (67. Rützel).
Schiedsrichter: Rene Keller (Grünberg).
Zuschauer: 180.
Tore: 1:0 Ali Dogru (17.), 1:1 Paul Bonny (23.), 1:2 Manuel Schmidt (27. Eigentor), 1:3 Marc Wettels (31.), 2:3 Kevin Grob (35.), 3:3 Kemal Sarvan (59. Foulelfmeter), 3:4 Benedikt Rützel (89.).

