Stenger widmet ganz selbstlos Kania den Erfolg
Gruppenliga: Bachrain erstmals zu Null
Oliver Starke hatte sich seinen Auftritt an alter Wirkungsstätte anders vorgestellt. Foto: Friedhelm Eyert
Dabei war es in der 9. Minute nicht das erste Mal, dass Bachrain den Weg über die linke Johannesberger Seite fand. Schließlich wurde zwei Minuten zuvor Curic ein Treffer über jene Seite wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht gegeben. Bachrains Platzsprecher ließ es sich deswegen nicht nehmen, die Toransage mit „im zweiten Versuch“ anzumoderien. Tim Stenger brach wie so oft rechts durch, Curic musste nur noch einschieben.
Das Tor spielte selbstredend nur Bachrain in die Karten: Johannesberg wurde der Ball im Aufbauspiel überlassen, um dann ab der Mittellinie teilweise mit zwei, drei Mann den Ball zu jagen. Über weite Strecken funktionierte das prima, dem Gast wurden nur ganz wenige klare Torchancen ermöglicht. Diese gänzlich zu vermeiden, ist bei der Offensive aber kaum möglich. Die beste in Durchgang eins vergab Witali Bese – TSV-Keeper Felix Kania hatte mit einer sensationellen Parade etwas gegen das Tor (30.). Es war das einzige Mal, dass Kania eingreifen musste.
Auch auf der Gegenseite gingen die allermeisten Versuche neben den Kasten, oder es griff Alex Reksius auf der Linie ein – Stenger hatte sich zuvor super durchgesetzt, die Entscheidung aber um Haaresbreite verpasst (78.). Als hätte er gerade das entscheidende Tor geschossen, so sehr wurde Reksius gefeiert – nur nutzen sollte es am Ende nichts.
„Wir haben uns aus unserem Feldvorteil zu wenig Chancen erspielt“, monierte Gäste-Coach Oliver Starke nach dem höchstintensiven Spiel und fügte an:„An alter Wirkungsstätte ist es natürich doppelt bitter, mit leeren Händen dazustehen.“ Ausflüchte suchte er aber auch in der Aufstellung:„Wenn mit Juri Dieterle, Paul Brylski, Ardian Kameraj und in der zweiten Halbzeit auch noch Witali Bese insgesamt vier Stammspieler fehlen, dann wird es in Bachrain schwierig.“ Kameraj hat sich mehrere Bänder im Sprunggelenk gerissen und wird mindestens vier Wochen fehlen, auch Bese ist mit Sprunggelenksproblemen raus. Die Verletzung hatte er sich bei seiner vergebenen Chance zugezogen und wollte dabei einen Elfmeter haben. Knifflig.
Bachrains „Krieger“, die wirklich alles in die Waagschale geworfen hatten, strahlten nachher über beide Ohren – allen voran Tim Stenger:„Das war unglaublich intensiv, ich habe selten so ein Gruppenliga-Spiel erlebt. Auch von der Qualität.“ Und Genugtuung war es obendrein, schließlich habe man schon zuvor gegen die vermeintlich Großen der Liga wie Petersberg oder Bronnzell hervorragend mitgehalten, diesmal aber endlich auch die Punkte mitgenommen. Den Erfolg widmete er indes einem Mitspieler:„Wir haben auch für Felix gekämpft, dass er endlich mal zu Null spielen kann.“ Mit Erfolg.
Bachrain: Kania – Ohneiser – R. Link, Herber, Kröning – Pavic, M. Link, Madzar – Stenger, Ruch (78. Neuhäußer), Curic (90.+1 Tukeric).
Johannesberg: Hofacker – Schug, Dechant, Walt, Patrick Schneider – Reksius, Benthaus – Wiesner, Özlük, Kleemann – Bese (46. Musil).
Schiedsrichter: Markus Ruppel (VfL Philippsthal). Zuschauer: 220. Tore: 1:0 Marko Curic (9.).


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