Schützenfest

Völliger Zerfall der SGOZ nach 2:0

Gruppenliga: Helvetia nimmt Keller-Konkurrenten beim 7:2 auseinander

28. April 2019, 14:35 Uhr

Frank Kühlthau erkannte sein Team in Kerzell kaum wieder. Foto: Ralf Hofacker

Die SG Oberzell/Züntersbach hat im Duell zweier Abstiegskandidaten einen herben Rückschlag erlitten: Die 2:7-Klatsche der Helvetia aus Kerzell um den künftigen Trainer der SGOZ, Michael Jäger, stimmte den aktuellen Coach Frank Kühlthau extrem nachdenklich.

„Das ist bocklos, einfach Dreck“, schimpfte der Aufstiegscoach der Spielgemeinschaft Anfang der zweiten Hälfte. Zu diesem Zeitpunkt war schon alles gelaufen, lag die SGOZ doch da bereits chancenlos mit 2:5 hinten. Nahezu unerklärlich, wie das Gerüst der Sinntaler trotz eines klasse Starts – Julian (7.) und Valentin Ankert (13.) gelangen in der Anfangsviertelstunde stark herausgespielte Treffer zu einer nur vermeintlich beruhigenden 2:0-Führung – in nur wenigen Minuten so in sich zusammenfallen konnte.

Nach dem schnellen Comeback der Kerzeller innerhalb von zehn Minuten, als die Helvetia von 0:2 auf 4:2 stellte, wollten Oberzell/Züntersbach die einfachsten Dinge nicht mehr gelingen. Linksverteidiger Nico Lingelbach trat beispielsweise Anfang von Durchgang zwei vier grausige Ecken in Folge. Routinier Tobias Manz spielte innerhalb von fünf Minuten unbedrängt zweimal Aron Loui Jahn den Ball außerhalb von jeder Bedrängnis maßgenau in den Fuß, wobei der Kerzeller Dreifachtorschütze immerhin nur einen der beiden Böcke zu nutzen wusste. Dazu waren die Sinntaler bei jedem Zweikampf zweiter Sieger. Vor allem hinten rechts taten sich riesige Lücken auf: Weder der wegen Herzrasens ausgewechselte Johannes Statt, der eingewechselte Mike Löffert noch René Eichholz konnten die Kreise von Mikael Avanesian oder Sascha Heil einengen. Kerzell konnte dribbeln, wie es wollte.

„Lauf- und Zweikampfbereitschaft sowie der nötige Biss haben uns völlig gefehlt. So haben wir in dieser Liga nichts verloren“, versuchte sich ein zerknirschter Trainer Frank Kühlthau nachher, die schockierenden Geschehnisse irgendwie vernünftig zusammenzufassen. Dass sich Simon Ankert im Abschlusstraining am Freitag schwerer am Oberschenkel verletzt hat und für den Rest der Saison auszufallen droht und neben Statt auch Patrick Föller in Kerzell angeschlagen raus musste, sei laut Kühlthau ungünstig gewesen, „trotzdem darfst du dich dann nicht so wehrlos anstellen.“

Sein Gegenüber Michael Jäger war in erster Linie froh, „dass wir unsere Leistung abrufen konnten und verdient gewonnen haben“. Mitgefühl hatte der Heubacher, der ab Sommer bei der SGOZ das Sagen haben wird, dennoch: „Ich drücke den Jungs jetzt bis Saisonende jeden Daumen.“

Die Statistik:

SG Kerzell: Hohmann – Müglich, Hilfenhaus, Depta, Witzel – Bensing, Günther (84. Heiner) – Jahn, Haxhiu (60. Corumlu), Heil (82. Hilgenberg) – Avanesian.
SG Oberzell/Züntersbach: Dorn – Statt (18. Löffert), Heil, Manz, Lingelbach – K. Föller, P. Föller (30. Eichholz), Münch, V. Ankert – Müller, J. Ankert (68. Herbert).
Schiedsrichter: Oleg Karaliov (Altenstadt).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Julian Ankert (7.), 0:2 Valentin Ankert (13.), 1:2 Mikael Avanesian (20.), 2:2 Mikael Avanesian (22.), 3:2 Dominic Günther (28.), 4:2, 5:2 Aron Loui Jahn (30., 51.), 6:2 Mehmet Corumlu (64.), 7:2 Aron Loui Jahn (74.).

Autor: Christian Halling

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